Das Konzept der Stadtteilschule

Die Idee der Stadtteilschule ist es, die Schule als einen sozialen Aktionsraum nicht allein für die Schüler zu entwickeln, sondern auch als Ort für Familien und nachbarschaftliche Kontakte zu öffnen. Das Konzept der Stadtschule beruht auf:

  • der Erweiterung der Schule um einen Stadtteiltreff als Begegnungshaus,
  • der Verbesserung der räumlichen und organisatorischen Bedingungen der Schule für die Bildung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler,
  • der engen Zusammenarbeit der Schule, der sozialen Träger und ehrenamtlich Engagierten,
  • der Erweiterung der Angebote für Bildung, Betreuung, Beratung und Begegnung sowie Bündelung am neuen Standort.

Das Begegnungszentrum oskar. wird im Rahmen der Potsdamer Bürger- und Begegnungshäuser finanziert. (Quelle: Stadtkontor)

Der Träger des Begegnungszentrums hat in der 2. Hälfte 2013 seine Arbeit aufgenommen.


 

Einweihung (2013)

Kathleen Walter, Jann Jakobs, Martina Münch, Elvira Eichelbaum, Matthias Platzeck, Andrea Wicklein und Architektin Laura Hasselmann (v.l.n.r.)

Am Montag, den 5. August 2013, wurde die neue Stadtteilschule in der Gartenstadt Drewitz feierlich eröffnet. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs brachten die Schuluhr und den Hauptschlüssel mit, um sie Schulleiterin Elvira Eichelbaum zu übergeben und die neue Schule zu komplettieren.

Platzeck sagte: „Die Stadtteilschule mit dem Begegnungszentrum ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie moderne Bildung und zugleich soziale Kontakte gefördert werden. Das integrative Projekt 'Gartenstadt' erhöht die Lebensqualität im Kiez und schafft Raum für gesellschaftliches Miteinander.“ Zur Schulleiterin sagte Jann Jakobs: „Ich denke, Sie haben hier wirklich eine prima Schule für Ihre Schülerinnen und Schüler.“ Neben Elvira Eichelbaum war auch Kathleen Walter vom Verein Soziale Stadt Potsdam, die zukünftige Leiterin des Begegnungszentrums Oskar, bei der Eröffnung. „Mit dem Begegnungszentrum oskar., das hier bald an den Start geht, haben Sie beide die einmalige Chance, für die Landeshauptstadt Potsdam Geschichte zu schreiben“ sagte Jakobs.

Zum Baubeginn für die Stadtteilschule, am 6. Februar 2012, hatten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Priesterweg ihren ersten Schultag am Ausweichstandort in der Schilfhofschule im Schlaatz. Fast auf den Tag genau 18 Monate später konnte der erste Schultag in der gewohnten Umgebung, aber in einem komplett sanierten und modernisierten Gebäude gefeiert werden.

Doch am 5. August 2013 wurde nicht nur die Wiedereröffnung der Grundschule gefeiert, sondern auch die Eröffnung der Stadtteilschule Drewitz, einer Einrichtung, die in Deutschland bisher einmalig ist. Sie beherbergt unter ihrem Dach nicht nur die Grundschule des Stadtteils, sondern zukünftig auch den vom Verein Soziale Stadt Potsdam unterstützten Drewitzer Stadtteiltreff mit dem Namen „oskar. das Begegnungszentrum in der Gartenstadt“.

Wegen dieser Einmaligkeit hatten sich neben den rund 300 Schülerinnen und Schülern, vielen Eltern, Lehrerinnen und Lehrern auch Ministerpräsident Matthias Platzeck, Oberbürgermeister Jann Jakobs und Brandenburgs Bildungsministerin Dr. Martina Münch auf dem Schulgelände eingefunden, um gemeinsam mit sechs Frauen, die das Projekt der Stadtteilschule entscheidend vorangebracht haben, das symbolische Band am Eingang der Oskar-Meßter-Straße zu durchschneiden. 

Die sechs Frauen sind 

  • die Leiterin der Grundschule „Am Priesterweg“, Elvira Eichelbaum, 
  • die Projektleiterin des Bauherrn, dem Kommunalen Immobilien Service (KIS), Anja Tefs, 
  • die Architektin im Berliner Büro „Robertneun“ Architekten GmbH, Laura Hasselmann,
  • die Mitarbeiterin im Bereich Stadterneuerung der Landeshauptstadt Potsdam, Karin Juhasz, 
  • die Leiterin der Kammerakademie Potsdam, Frauke Roth und 
  • die Leiterin des Projektladen Drewitz und zukünftige Leiterin von „oskar. dem Begegnungszentrum in der Gartenstadt“, Kathleen Walter. 

Im Anschluss an die symbolische Eröffnung führten die Kammerakademie Potsdam und die Kinder der Grundschule „Am Priesterweg“ mit ihren Lehrerinnen, Lehrern und Eltern unter der Leitung von Johannes Klumpp die „Ode an die Freude“ auf.

Die Stadtteilschule ist eines der Leuchtturmprojekte der Gartenstadt Drewitz. Die Gesamtkosten für die Sanierung und den Umbau der Grundschule und des Begegnungszentrums belaufen sich auf über 6 Mio. Euro. Finanziert wurden diese Kosten mit insgesamt 2,4 Mio. Euro Städtebauförderung aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ und 1,5 Millionen Euro aus den Bildungsinfrastrukturinvestitionen der Landeshauptstadt Potsdam. Die restlichen ca. 2,5 Mio. Euro sind Kreditmittel des Kommunalen Immobilien Service Potsdam.

Der Umbau und die Erweiterung des Schulgebäudes durch den Kommunalen Immobilen Service gehen zurück auf einen Entwurf des Büros „Robertneun“ aus Berlin, der 2010 im Rahmen eines Werkstattverfahrens mit 6 Architekturbüros ausgewählt wurde. Das bauliche Herzstück der Stadtteilschule ist ein Neubau im Bereich des bisherigen Verbindungsbaus zwischen den beiden Klassentrakten. Hier befindet sich der neue Mehrzwecksaal für 120 Personen, der als zentraler Projekt- und Versammlungsraum der Schule und gleichzeitig als Veranstaltungssaal für das Wohngebiet dient. Für die Ausgabe des Schulessens wurde eine neue Mensa eingerichtet. Über das vielfältig nutzbare Foyer erfolgt der Zugang zur Stadtteilschule zukünftig direkt von der Oskar-Meßter-Straße.

Neben einer Brandschutzsanierung fand auch eine umfassende energetische Sanierung des Bestandsschulgebäudes nach EnergieEinsparVerordnung (EnEV) statt. (Quelle: Offizielle Pressemitteilung)

Die Einweihungsfeier in Bildern

 

 

Bilder: Johnny Lehmann

 

 

Der Schulumbau (2012, 2013)

 

Die Sanierung des DDR-Schulplattenbaus vom Typ „SR 80 Erfurt“ startete 2012 mit dem Abriss des Verbindungsbaus. Der Schultyp „Erfurt“ ist nach der Sanierung nicht einmal mehr zu erahnen. Statt des alten Verbindungsbaus wurde ein neuer aus Glas errichtet. In dem offen gestalteten und Weite vermittelnden Neubau ist ein Musikraum und ein großer Saal mit 120 Plätzen für Veranstaltungen entstanden. Die Kammerakademie Potsdam wird künftig öffentliche Konzerte in dem Saal geben und Workshops für die Kinder leiten. Die vorherrschende Farbe in dem Gebäude ist grün – wohl auch als Zeichen für Hoffnung: Fußboden, Vorhänge, Deckenleuchten und Treppen erstrahlen in Grün. Die Farbe steht aber auch für das auf Ökologie ausgerichtete Konzept der Schule – Umweltbewusstsein steht in den Lerninhalten an oberster Stelle.

Die Mensa ist innenarchitektonisch ein Hingucker und erinnert eher an eine Berliner Lounge als an Schulspeisung. Eine farbenfrohe Sitzecke, die Decke mit grünen Scheiben gestaltet – so sollen die Kinder in stilvoller Atmosphäre essen. Im benachbarten Kochstudio lernen die Kinder künftig die Zubereitung von Mahlzeiten, aber auch für Vereine steht es offen. Seit die Stadt die Schulspeisung für bedürftige Kinder finanziell unterstützt, hat sich die Zahl der Esser bereits rapide erhöht. Mit den neuen Räumlichkeiten werden es vielleicht noch mehr. (Quelle: PNN)


 

Entwurf und Vorbereitung (2010, 2011)

 

Pressemitteilung der Potsdam-Zeitung:

Aus den sechs eingereichten Vorschlägen setzte sich das Berliner Büro „Robertneun“ für den Neubau des Verbinders durch, das einstimmig von einer Jury auserwählt wurde. Oberbürgermeister Jakobs: „Mit dem Konzept für die Stadtteilschule, die Bestandteil der Gartenstadt Drewitz ist, wollen wir den Stadtteil aufwerten. Ziel ist es, ein soziales Umfeld zu schaffen, in dem Familien einen hohen Stellenwert haben und die Hilfe und Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Damit sollen die Kinder in Drewitz die gleichen Chancen erhalten wie überall in Potsdam.“

Das Konzept der Stadtteilschule, bislang Grundschule „Am Priesterweg“, beruht auf der Überlegung, die Schule zu erweitern und als Begegnungshaus auszubauen. Dazu sollen die räumlichen und organisatorischen Bedingungen der Schule verbessert werden. Für die inhaltliche Ausgestaltung wird die Leitung der Schule einen konkreten Ansprechpartner in der Stadtverwaltung erhalten. Bauliches Herzstück des siegreichen Wettbewerbsbeitrags des Büros „Robertneun“ ist ein moderner, eigenständiger Neubau im Bereich des bisherigen Verbindungsbaus zwischen den beiden Klassentrakten. Dort soll ein Mehrzwecksaal für 120 Personen als zentraler Projekt- und Veranstaltungsraum der Schule und Veranstaltungssaal für das Wohngebiet entstehen. Über ein einladendes und vielfältig nutzbares Foyer wird die Stadtteilschule zukünftig direkt von der Oskar-Meßter-Straße erreichbar sein. Mit dem Neubau des Verbinders wird ein städtebaulicher Akzent gesetzt, der die Schule im Stadtteil her aushebt. 

Ein erster Baustein des Gesamtprojekts Stadtteilschule ist bereits gelegt. Dabei handelt es sich um die Sanierung der Turnhalle der Grundschule. Damit ist im April 2010 begonnen worden. Sie soll als Mehrzweckhalle genutzt werden und wird aus Mitteln des Programms „Zukunftsinvestitionen Bildungsinfrastrukturprojekte Konjunkturpaket II zur Förderung von Schulen mit ganztägigen Angeboten“ in Höhe von insgesamt 1,4 Millionen Euro finanziert. Planung und Bauantrag für den Verbinder ist für Ende 2010 anvisiert. Der Baubeginn wird für Mitte 2011 angestrebt. 

Die sechs Entwürfe für den neuen Verbinder der Stadtteilschule sind in den kommenden vier Wochen noch in der Grundschule zu sehen. Oberbürgermeister Jann Jakobs rief die Drewitzer auf, sich die Entwürfe anzuschauen. Geplant sind dazu auch noch öffentliche Veranstaltungen, um Anregungen zu geben. Jann Jakobs: „Ich bin überzeugt, dass wir mit der Stadtteilschule einen bedeutenden ersten Schritt zur Gestaltung der Gartenstadt Drewitz getan haben. Alle Bewohner des Stadtteils sind aufgerufen, sich weiter mit Anregungen und Wünschen einzubringen.“